Germanistische Sprachwissenschaft

2   Deutsch in Europa

Aufgabe 22   (Wissen in Frage und Antwort)

Für den Sprachkontakt zwischen Latein und Deutsch spricht man von mehreren „lateinischen Wellen“.
Was meint man damit?

Man meint damit Zeiten, in denen verstärkt Wörter aus dem Lateinischen in das Deutsche übernommen wurden. Es gibt insgesamt drei bis vier „lateinische Wellen“:

  1. Zwischen 50 v. Chr. und 500 n. Chr. (kultureller und kriegerischer Kontakt mit den Römern, Unterwerfung der Germanen) kam es zu vielen Übernahmen von lateinischen Wörtern aus den Bereichen des kulturellen und technischen Austausches, z. B. Weinbau, Waffen.
  2. Zwischen 500 und 800 waren die Übernahmen geprägt durch die Missionierung der Germanen, sie betrafen insbesondere den religiösen Wortschatz.
  3. Nach 800: Im Mittelalter war Latein Urkundensprache sowie Geschäfts- und Kanzleisprache und wurde auch Sprache der Wissenschaften an den mittelalterlichen Universitäten.
  4. Im Deutsch von heute gibt es viele Übernahmen von Wörtern aus dem Englischen, die ihrerseits auf lateinischem Wortschatz basieren. Man spricht daher manchmal auch von einer – über das Englische vermittelten – vierten „lateinischen Welle“.
 Antwort 
ok
Copyright © 2020  Narr Francke Attempto Verlag GmbH + Co. KG, Tübingen