Germanistische Sprachwissenschaft

2   Deutsch in Europa

Aufgabe 10   (Weiterführende Aufgabe)

Textübung zum Althochdeutschen

Der folgende Text stammt aus dem „Hildebrandslied“, einem althochdeutschen Text, dessen handschriftliche Niederlegung auf das 9. Jahrhundert datiert wird.
Wissenschaftlich editiert wurde er erstmals Anfang des 19. Jahrhunderts durch Jacob und Wilhelm Grimm.

Das Hildebrandslied [ 1 ]
Übertragung in das Neuhochdeutsche [ 2 ]
Ik gihorta dat seggen,
ðat sih urhettun ænon muotin,
Hiltibrant enti Haðubrant
untar heriun tuem.
Ich hörte (glaubwürdig) berichten,
daß zwei Krieger,
Hildebrand und Hadubrand,
(allein) zwischen ihren beiden Heeren, aufeinanderstießen.
Sunufatarungo iro saro rihtun,
garutun sê iro guðhamun,
gurtun sih iro suert ana,
helidos, ubar hringa
do sie to dero hiltiu ritun.
Zwei Leute von gleichem Blut, Vater und Sohn,
rückten da ihre Rüstung zurecht,
sie strafften ihre Panzerhemden und gürteten ihre Schwerter
über die Eisenringe, die Männer,
als sie zu diesem Kampf ritten.

[ 1 ]  Bibliotheca Augustana,   www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/08Jh/Hildebrand/hil_lied.html

[ 2 ]  Übersetzung nach H.D. Schlosser, Althochdeutsche Literatur, Frankfurt a.M.: Fischer 1970, Berlin: Erich Schmidt Verlag 2004

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