Germanistische Sprachwissenschaft
15 Mündliche Kommunikation
Aufgabe 13 (Wissen in Frage und Antwort)
Bitte lesen Sie den Transkriptausschnitt und beantworten Sie dann die Fragen:
Tischgespräch „Film“ (vereinfachte Darstellung aus (Ts4)
).
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│A [ Die: Miriam hat mir
1 └───────────────────────────────────────────────────────
┌─────────────────────────────────────────────────
│A [ erzählt, sie hätte jetzt n Film mit Judy Foster
2 └───────────────────────────────────────────────────────
┌─────────────────────────────────────────────────
│A [ gesehen, da wär die so dünn geworden für den Film,
3 └───────────────────────────────────────────────────────
┌─────────────────────────────────────────────────
│A [ wie schaffen die das?
│Ma[ Drogen.
│S [ Ja, sie hat (gehungert) einfach.
4 └───────────────────────────────────────────────────────
- a) Um welchen Typus von Frage handelt es sich laut GdS bei „Wie schaffen die das?“ Mit welchem Tonverlauf ist dieser Typus von Frage im Deutschen meist verbunden? Überprüfen Sie am Hörbeispiel, ob dies auch in diesem Beleg der Fall ist.
Um eine Ergänzungsfrage. / Mit fallendem Tonverlauf. / Ja.
- b) Welche Äußerungsbetonung wäre bei „Wie schaffen die das?“ ausgehend von der semantischen Gewichtung her erwartbar? Was bewirkt die Betonung von „die“?
Die Betonung auf dem Verb als dem semantisch reichhaltigsten Ausdruck (Wie schaffen die das?). Durch Akzentuierung von die wird ein Kontrast ausgedrückt (die / wir).
- c) Wie ist der Sprecherwechsel organisiert?
A stellt mit ihrer Frage (wie schaffen die das?) den Turn allgemein zur Disposition. Es handelt sich um eine Fremdwahl (A bestimmt jemand anderen zum nächsten Sprecher); wer antworten soll, bleibt jedoch offen. Sowohl Ma als auch S wählen sich als nächsten Sprecher (Selbstwahl) und übernehmen den Turn. Ihre Beiträge überlappen sich.
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