Die Valenzgrammatik ist besonders in DaF-Lehrwerken populär.
Sie erscheint aber in einigen Punkten als umstritten oder auch als nicht ausgereift.
Welches theoretische und sprachanalytische Problem hat die Valenztheorie mit den Konstituenten des Satzes?
Die größte Schwierigkeit ist die Trennung zwischen notwendigen Ergänzungen und freien Angaben. Viele Ergänzungen sind nicht grammatisch notwendig (obligatorisch); sie gelten dann als „fakultativ“ (ähnlich wie die Angaben). Viele Angaben erscheinen wiederum als wichtig oder (inhaltlich) notwendig.
Ein Beispiel ist das Verb wohnen, das eine Angabe benötigt, die allerdings nicht fest an das Verb gebunden ist (wohnen in / auf / mit / bei / neben / unter …). Außer in der Werbung (Wohnst du noch oder lebst du schon?) tritt es nie allein auf.