9.2 Der Aufbau des einfachen Satzes
9.3 Satzglied: Wort oder Phrase
9.4 Einfacher und komplexer Satz
9.5 Satzrollen, Satzfunktionen, Valenz
9.6 Die Klammerstruktur deutscher Sätze und die Satzfelder
9.7 Ordnung und Stellung von Satzgliedern
Die Syntaxlehre (Syntax) beschreibt den Aufbau von größeren sprachlichen Einheiten aus Satzteilen oder Konstituenten. Dieser Begriff ist in vielen Grammatiktheorien an die Stelle der älteren Ausdrücke Satzteil oder Satzglied getreten, um sich von der Schulgrammatik zu distanzieren und neuere Entwicklungen aufzunehmen.[ 1 ] Die Syntaxlehre stellt also Fragen wie:
Weitere wichtige Aufgaben sind die Beschreibung der Stellungsregularitäten [ 2 ] und der sprachspezifischen syntaktischen Kategorien. Die meisten Grammatiken behandeln zunächst die Wortarten, dann die Sätze als komplexere Einheiten. Das entspricht strukturalistischen Vorstellungen von einem Aufbau des sprachlichen Systems aus mehreren Ebenen. Andere halten dagegen, dass die Wortarten selbst schon syntaktische Merkmale haben und eigentlich komplexere Begriffe sind. Die „Deutsche Grammatik“ von Ulrich Engel beginnt nicht mit den Wortarten, sondern mit den größten sprachlichen Einheiten, nämlich Texten, behandelt danach den Satz und dann erst die einzelnen Wörter und Wortarten. Anders geht die „Textgrammatik der deutschen Sprache“ von Harald Weinrich vor. Sie entwickelt ihre Grundbestimmungen der Syntax ganz früh, im einleitenden Kapitel „Das Verb und sein Umfeld“. Der Ausdruck Syntax kommt dann nur noch vor in den Kapiteln „Syntax der Junktion“ und „Syntax des Dialogs“, es gibt aber kein eigenes Kapitel zum Satz.[ 3 ]
Auf Differenzen dieser Art wird im Folgenden gelegentlich hingewiesen. Ziel ist eine zwar systematische, aber aus Platzgründen oft nur exemplarische Darstellung, die den Satz(aufbau) zunächst allgemein, in seinen Grundprinzipien, behandelt. In Kap. 10 geht es um die Verben, die einzeln oder in Komplexen Prädikate bilden und für die Satzstruktur wesentlich sind. Danach werden in Kap. 11 die Konstituenten von Sätzen nach ihrem Aufbau als Wortgruppe (Phrasen) und nach ihrer Funktion im Satz (Satzglieder) behandelt. Auf dieser Basis werden Hinweise für die Analyse von Sätzen und vergleichbaren sprachlichen Einheiten gegeben.
Für die Sprecher sehr vieler uns bekannter Sprachen ist der Satz eine selbstverständliche Grundeinheit ihrer Sprache. Hans Jürgen Heringer ist der Auffassung, jeder Sprecher wisse intuitiv, was ein Satz seiner Sprache ist. Das ist insofern richtig, als Sprecher in ihrer Muttersprache ohne Weiteres Sätze von Nicht-Sätzen und richtige von falschen Sätzen unterscheiden können. Für die sprachliche Praxis reicht dieser Begriff von „Satz“ offenbar aus, auch ohne dass die Sprecher eine Definition davon angeben können.
Menschliche Äußerungen, ob mündlich oder schriftlich, bestehen fast immer aus einer Abfolge von Einheiten, von Wörtern. In einer flektierenden Sprache sind das Wortformen. Wenn bestimmte Formmerkmale vorliegen, erkennen wir in einer solchen linearen Abfolge Einheiten, die wir als Satz deuten. Die zum Satz gehörigen Elemente gelten nach Hennig Brinkmann „als gleichzeitig miteinander gesetzt“.[ 4 ] Das ist bereits eine wichtige Aussage über die Art der mentalen Verarbeitung: Der Hörer versteht eine (satzförmige) Äußerung erst dann, wenn er nicht nur die einzelnen Wörter erkennt, sondern auch die Struktur des Satzes, die internen Beziehungen seiner Elemente und darüber die Äußerung als ganze.
Sätze gewinnen ihre feste – in Regeln beschreibbare – Gestalt durch zwei Eigenschaften: durch die grammatische Struktur der Konstituenten und durch die Satzintonation (vgl. dazu Kap. 14). Was die Satzintonation angeht, so kann sie nur mündlich auftreten. In der Schriftsprache gibt aber die Interpunktion zumindest eine Andeutung der vorzustellenden Intonation. Charakteristisch ist nicht nur die abschließende Stimmbewegung im Aussagesatz, sondern auch die typische Frage- oder Ausrufesatzintonation, so dass verschiedene Satztypen erkennbar werden. Erstaunlicherweise übergehen die meisten modernen Grammatiken die Intonation als grammatisches Mittel (z. B. Eisenbergs „Grundriss einer deutschen Grammatik“).
Die lineare Abfolge ist nicht beliebig. Sprachen haben unterschiedliche und unterschiedlich verbindliche Stellungsregeln für Sätze. Von Humboldts Sprachtypologie (vgl. Kap. 8) her kann man folgende Extreme erkennen:
Weil der Satz eine Sinneinheit darstellt, kann er im Textverlauf mit einem bezugnehmenden oder (deiktisch) verweisenden Wort ‚vertreten‘, also wieder aufgenommen werden:
Nicht ganz geklärt ist der Satzbegriff, die Theorie des Satzes.[ 5 ] Neben dem Merkmal der Abgeschlossenheit wurde besonders die Selbständigkeit genannt, was allerdings immer zu Unklarheiten bei den Haupt- und Nebensätzen führte (vgl. Kap. 11.5.2). Auch fragt sich, ob Selbständigkeit und Kontextgebundenheit sich widersprechen. Ulrich Engel spricht von Sätzen als potenziell autonomen Einheiten und verwendet zur Abgrenzung für das Deutsche zwei definitorische Bedingungen [ 6 ], die von vielen anderen übernommen wurden:
Dass die Satzdefinition als problematisch gilt, liegt teilweise an der Vereinnahmung der Satzform durch die philosophische Logik. Für die Logik zählt der Satz nach wie vor als Urteil, oder besser: als Form des Urteils. Anders als in der grammatischen Behandlung teilt die heutige Formale Logik den Satz nicht in Subjekt und Prädikat, sondern in Argument und Prädikat oder „Funktor“. Ein logisches Argument ist ein Ausdruck, der näher bestimmt werden soll, und zwar durch sog. Funktoren.[ 7 ] Was den Logiker interessiert, ist die Wahrheitsfähigkeit des Satzes. Auch ein unsinniger oder kommunikativ eher absurder Satz kann den Regeln der Formalen Logik entsprechen. Albert Mennes Beispielsatz:
ist ähnlich wie eine mathematische Gleichung aufzufassen. Nach Carnap ist die Logik sogar „reine Mathematik“.[ 8 ] Damit widerspricht er demjenigen, der als Begründer der Logik gilt, nämlich Aristoteles. Dem griechischen Denker wird als ursprüngliches Interesse zugeschrieben, zu erkunden, wie Menschen Urteile fällen, welches Wissen zugrundeliegt. Ein Teil der Linguistik der letzten 50 Jahre hat versucht, Sätze mit logischen und mathematischen Mitteln genauer zu analysieren. Der Ertrag ist jedoch gering, von der realen Kommunikation weit entfernt, und die Verständlichkeit der Darstellung leidet unter der Verwendung von Formeln.
In Hermann Pauls „Prinzipien der Sprachgeschichte des Deutschen“ (1880) ist die Syntax
„ein Teil der Bedeutungslehre, und zwar derjenige, was schon das Wort besagt, dessen Aufgabe es ist, darzulegen, wie die einzelnen Wörter zum Zwecke der Mitteilung zusammengeordnet werden. (…) Damit eine Mitteilung zustande kommt, muss die durch ein Wort ins Bewusstsein gerufene Vorstellung erst an eine andere angeknüpft werden. Dies geschieht in der Regel dadurch, daß mindestens ein zweites Wort hinzugefügt wird.“ [ 9 ]
Dies ist der Beginn einer psychologischen Erklärung des Satzes, die sehr alte Wurzeln hat. H. Paul betont, der Satz habe zu tun mit der „Verbindung mehrerer Vorstellungen oder Vorstellungsmassen in der Seele des Sprechenden“ (und ebenso in der des Hörers) (a.a.O, S. 11). Die seit der Antike bekannte Zweigliedrigkeit von Sätzen erscheint in der Satzlehre des 19./20. Jh. als Satzgegenstand (Subjekt) und Satzaussage (Prädikat). Für einfache Sätze ergibt sich eine bestimmte syntaktische Grundstruktur:
Tab. 1: Elementare Einteilungen von Satzbestandteilen
Der Ausdruck Prädikat wird (für die meisten europäischen Sprachen auch zu Recht) immer mit einem Verb, genauer gesagt mit der konjugierten Form eines Prädikatsverbs, in Verbindung gebracht. In diesen Sprachen sind Sätze generell Verbalsätze. Die semitischen Sprachen (Hebräisch, Arabisch u. a.) und auch das Russische kennen aber auch den Nominalsatz. Dabei verhält sich das zweite Nomen – ganz ohne ein dazwischen geschaltetes gleichsetzendes Verb – als Prädikat zum ersten Satzglied:
Hier fungiert das Substantiv isch = Mensch unmittelbar als Prädikat. Im Deutschen gibt es solche Sätze nur in Redensarten wie „Ein Mann – ein Wort“. Im Deutschen werden subjektbezogene Substantive, Adjektive oder Wortgruppen in Verbalsätzen als Teil des Prädikats interpretiert. Das Satzglied (in B3 „ein Mensch“) heißt im Allgemeinen Prädikativ (vgl. Kap. 9.3).
Auch für H. Brinkmann ist die Subjekt-Prädikat-Beziehung „die Grundbeziehung, die einen Satz konstituiert“.[ 10 ] Die besondere Rolle des Subjekts ist nicht nur am Nominativ erkennbar, der – anders als die Objektkasus Dativ und Akkusativ – kein verbbezogener Kasus ist, sondern eher der typische Kasus der Nennform, auch außerhalb des Satzes, z. B. im Wörterbuch. Die zentrale Rolle des Subjekts wird auch daran deutlich, dass die Verbform sich dem Typ des Subjekts – Deixis oder symbolischer Ausdruck – anpasst und im Numerus mit dem Subjekt übereinstimmt, d. h. kongruiert.
Tab. 2: Kongruenz zwischen Subjekt und finitem Verb
Zum Prädikat als syntaktischer Grundeinheit ist noch eine wichtige Eigenschaft anzusprechen. Im Deutschen ist der Kern des Prädikats immer eine konjugierte („finite“) Verbform, also eine Form, die sowohl mit dem Subjekt kongruiert als auch temporal bestimmt ist. Die Tempora sind zwar nur z. T. Zeitformen (vgl. Kap. 10), zumindest die konjugierte Verbform stellt aber in jedem Satz einen deiktischen Bezug zur Sprechergegenwart her, entweder wird Nähe oder Ferne signalisiert:
Tab. 3: Deiktische Verankerung des Gesagten mit Hilfe der Verbform
Ein einfacher Satz enthält, wie bisher besprochen, als wesentliche Satzglieder mindestens ein Subjekt und ein Prädikat, das mindestens aus einem finiten (konjugierten) Verb besteht und die Aussage oder Frage zeitlich in der Realität verankert, mit Bezug auf die Sprechergegenwart. Nach bestimmten Verben (den so genannten Kopulaverben, s. Kap. 10) kann ein Nomen oder Adjektiv als Teil des Prädikats auftreten (Prädikativ).
Neben Subjekt und Prädikat können verschiedene weitere Konstituenten im Satz auftreten. Die traditionelle Grammatik unterscheidet hier zwischen Objekten, die in verschiedenen Kasus auftreten können (Akkusativobjekt, Dativobjekt, Genitivobjekt), so genannten Präpositionalobjekten, die durch eine Präposition eingeleitet werden, und dem Satzgliedtyp „Adverbial“, der als eine ergänzende Bestimmung (z. B. Adverbial des Ortes, der Zeit, der Art und Weise usw.) angesehen wird.
Während Grammatiktheorien aus dem angloamerikanischen Umfeld auf die Trennung von Wortarten und Satzgliedern weniger Wert legen, ist diese Unterscheidung sehr wichtig für die deutsche Sprache und die Linguistik. Am Beispiel der in Kap. 8 bereits angesprochenen Adjektivproblematik kann man sich an Tab. 4 diese Differenz noch einmal vor Augen führen.
Tab. 4: Wortart und Satzglied (Adjektive)
Generell kann man sagen: Wörter bestimmter Wortarten eignen sich für bestimmte Funktionen im Satz, so dass die Registrierung der Wortart bereits einen Hinweis für die Satzanalyse gibt. Bei keiner Wortart gibt es aber eine 1:1-Zuordnung zwischen Wortart und Satzgliedfunktion, am wenigsten bei den Substantiven.
Jedes dieser Satzglieder kann durch ein einziges Wort ausgedrückt werden oder aber durch eine Phrase, die oft durch Attribute, d. h. ergänzende Erweiterungen, noch weiter ausgebaut werden kann. Phrasen sind Wortgruppen, die auch außerhalb von Sätzen auftreten können, z. B. in Überschriften; innerhalb des Satzes besetzen sie eine Satzgliedstelle. Wichtigstes Merkmal einer Phrase ist, dass die Wortgruppe grammatisch von einem Wort bestimmt wird, das als ihr Zentrum oder Kern gelten kann. Oft ist auch von einem Kopf [ 11 ] die Rede, dem die anderen Wörter der Phrase zugeordnet sind. Danach werden die Phrasen benannt.
Tab. 5: Verschiedene Arten von Phrasen (Beispiele)
Wörter wie sehr oder knapp, die einem Adverb unter- oder zugeordnet sind, werden nicht als Adverb, sondern als Gradpartikel aufgefasst. Für die Adverbiale ist die Besetzung mit einem Adjektiv wie in (B5a) zwar prototypisch, aber ein Adverbial kann andere und deutlich größere Einheiten umfassen, zum Beispiel eine längere präpositionale Wortgruppe (B5b).
Die Gesetze des Aufbaus solcher Phrasen werden in Kap. 11 behandelt. Es wird sich zeigen, dass Phrasen sehr umfangreich sein können, auch Nebensätze können dazugehören.
Das maximale Prädikat eines einfachen Satzes umfasst den Verbalkomplex, etwa „will sich abfinden“ (Tab. 2) und die dazu gehörigen Mitspieler, also grammatischen Ergänzungen, hier mit seiner Entlassung. Die Duden-Grammatik spricht dann vom Prädikatsverband (Prädikat + Objekte), der den Satzbauplan bestimmt (s. Kap. 11). Die weiteren (freien) Angaben ergeben sich aus der Mitteilungsabsicht des Sprechers. Auch komplexe, inhaltsreiche Sätze beruhen auf dieser Grundstruktur. Komplexität entsteht im Wesentlichen durch zwei Vorgänge:
Tab. 6 zielt auf den Vergleich von Sätzen mit identischer Struktur. Die Beispielvarianten zeigen, dass Sätze, die sehr unterschiedlichen Umfang haben, in der Struktur gleich sein können. Das gilt auch für extrem umfangreiche Sätze in der sog. Amts- und Verwaltungssprache oder in Gesetzestexten.
Tab. 6: Unterschiedliche Satzkomplexität
Die Verbindung der Bestandteile von Satzgliedern ist nach Ludger Hoffmann eine Synthese. Dadurch wird „aus den funktionsverschiedenen Ausdrücken eine funktionale Einheit höherer Stufe“ (2016, S. 61). Bei und in der Synthese behalten die Konstituenten ihren inneren Zusammenhang. Sie können nur vollständig, im Austausch mit anderen Satzgliedern, im Satz verschoben werden. Die Verschiebeprobe und andere Tests (wie die Ersatzprobe) [ 12 ] sind vorgeschlagen worden, um solche syntaktischen Wortgruppen oder Phrasen leichter zu erkennen und abzugrenzen. Eine probeweise Verschiebung zeigt, dass im Aussagesatz das finite Verb wie eine Achse funktioniert, um die herum Satzglieder bewegt werden können (s. Aufgaben zum Kapitel).
Wie die Sprachtypologien zeigen, gibt es auch im syntaktischen Bereich große Unterschiede zwischen den Sprachen. Abgesehen von den Positionsregeln können Konstituenten morphologisch aufeinander bezogen sein oder nicht, wie in den isolierenden Sprachen; Zusammenhänge müssen dann auf semantischem Weg erfasst werden. Bei typologisch entfernten Sprachen gilt zudem: Was in einer Sprache eine selbstständige Konstituente ist, kann in einer anderen dem Prädikat oder anderen Satzteilen eingegliedert (inkorporiert) sein, ist in diesem Fall also unselbstständig. Auch die Verhältnisse von Über- und Unterordnung wechseln.[ 13 ]
In der anglistisch orientierten Linguistik sind Konstituentenstrukturgrammatiken wie die von Chomsky entwickelte (vgl. Kap. 3.3.4) sehr verbreitet. Aufgrund der besonderen Satzstrukturen des Deutschen und eigener linguistischer Traditionen werden in der Germanistik andere Satzmodelle präferiert. Die Duden-Grammatik präsentiert die Basisstrukturen von Sätzen in verbbezogenen Satzbauplänen, die sich aus der Valenzgrammatik ergeben (s.u.). Ludger Hoffmann (2016, S. 61) geht für den Aussagesatz als Prototyp von Sätzen von der Proposition aus, die er ebenfalls als eine Synthese bestimmt:
„Im Entwurf eines Gedankens verbinden wir einen Gegenstand mit einem Charakteristikum: Jemand handelt, etwas ereignet sich, ein Ding hat eine bestimmte Eigenschaft. In der sprachlichen Fassung erscheinen Redegegenstand und Charakteristikum zusammengefügt, synthetisiert für Zwecke der Übermittlung an andere.“
Die im Sprachwissen vorgegebenen Beziehungen zwischen Verben, Subjekten und Objekten bestimmt er als Satzfunktionen.
Für eine sinnvolle Aussage über einen Sachverhalt ist eine Verbform als Prädikat oft ausreichend, etwa bei „Er telefoniert.“. Aber viele Handlungen bewirken etwas, was im Allgemeinen mit Objekten ausgedrückt wird; oder es geht um soziale Handlungen wie geben mit Adressaten oder Beteiligten. Verben haben daher im Hinblick auf die Satzbildung eine wichtige Eigenschaft: ihre Valenz. Der Begründer der Valenztheorie, der französische Strukturalist Lucien Tesnières (1898–1954), meinte damit ihre Fähigkeit, bestimmte Konstituenten im Satz an sich zu binden. So erfordert das Verb geben grammatisch außer einem Subjekt auch ein Akkusativ- und ein Dativobjekt. Der Grundgedanke der Valenztheorie war nicht neu. 1883 schrieb Friedrich Kern:
„Das finite Verbum ist keine Wortart, wie Substantiv und Adjektiv, auch kein Satzteil, wie Subjektswort und Objekt, sondern es ist der Satzkeim, die Satzwurzel, ohne welcher der Baum des Satzes nicht bestehen kann.“ [ 14 ]
Tesnières verwendete anstelle von Keim und Wurzel den aus der Chemie entnommenen Begriff der Wertigkeit des Atoms, das Elektronen an sich bindet. Jedes Verb eröffnet demnach eine bestimmte Menge und Art von Leerstellen, es hat dann die entsprechende „Wertigkeit“. Ein Verb, das außer einem Subjekt noch ein weiteres Satzglied an sich bindet, ist demzufolge zweiwertig. Subjekt und Objekte heißen seit Tesnières oft Aktanten oder „Mitspieler“, weil sie die Personen oder sonstigen Größen benennen, die in der vom Verb eröffneten „Szene“ relevant sind. In der Valenztheorie wurde das als Besetzung von „Leerstellen“ aufgefasst. Die Beziehung zwischen einem Verb und seinen Objekten wurde traditionell als Rektion bezeichnet.[ 15 ] Rektion besteht dann, wenn ein sprachliches Element (Wort oder Satzglied) ein grammatisches Merkmal eines anderen Elements bestimmt (regiert). Dem entsprechend nennt Tesnières das Verb Regens und das davon abhängige Satzglied Dependens. Anders als bei der früheren Rektionstheorie ist aber nun auch das Subjekt ein Dependens, eine Ergänzung zum Verb. In der valenzgrammatischen Terminologie heißt es „Nominativergänzung“.
Abb. 1: „Inge holt den Wagen ab.“ [ 16 ]

Tesnières griff auch die Idee des Satzbaums auf, wie parallel der amerikanische Strukturalismus. Mit Hilfe von Baumgraphiken, auch als Stemma bezeichnet, stellte er die Abhängigkeiten zwischen Wörtern und Satzgliedern formal dar, wie in Abb. 1 aus Engel (2009, S. 189), hob aber auch die inhaltlichen Verbindungen („Konnexionen“) zwischen ihnen hervor. Erst dadurch wird eine Wortfolge als sprachlich ausgedrückter Gedanke aufgefasst.[ 17 ]
Die Valenzgrammatik hat seit Tesnières die Terminologie weiterentwickelt. Die notwendigen Satzglieder (Mitspieler) heißen meist Ergänzungen oder Satelliten des Verbs. Sie werden in vielen Grammatiken als Komplemente bezeichnet. Zusätzliche Satzglieder, die Umstände der Handlung oder des Vorgangs enthalten, heißen freie Angaben. Lokale und temporale Angaben wie heute oder auf dem Markt sind bei beliebigen Verben möglich, somit gelten sie als „frei“. Die Ideen der Valenzgrammatik wurden auf das Deutsche übertragen, z. T. unter dem Titel „Dependenzgrammatik“, also Abhängigkeitsgrammatik. Als Beispiel dafür kann die „Deutsche Grammatik“ von Ulrich Engel von 1988 (22009) gelten (vgl. auch Eroms 2000 und Publikationen von Gerhard Helbig). An einem Beispielsatz wird diese Unterscheidung deutlicher, die Konstituenten sind nummeriert:
Das Verb beschuldigen braucht die Ergänzungen Akkusativobjekt und Genitivobjekt (entsprechend seiner grammatischen Rektion: beschuldigen + Akk + Gen) als „Mitspieler“ in einer gedachten Szene, bei der das Subjekt im Aktiv als Handelnder auftritt. Die Konstituenten (2), (3) und (4) sind also notwendige Ergänzungen des Verbs. Die Konstituente (1) ist dagegen eine zusätzliche freie Angabe (Ort/Gelegenheit).
Das Konzept der Valenz wurde schon von Tesnières auch auf Substantive und Adjektive übertragen, da ein Teil von ihnen kasusbestimmte Ergänzungen regieren kann. In (B6) lässt sich das auf die Konstituente (4) beziehen: Das Substantiv Verstoß legt die Frage Wogegen? nahe. Eine Ergänzung mit der Präposition gegen ist daher ein häufiger Begleiter dieses Substantivs. Solche deverbal gebildeten Substantive haben oft präpositionale Ergänzungen, ähnlich wie das zugrunde liegende Verb. Ein Bewegungsverb wie springen hat z. B. eine direktionale Ergänzung (ins Wasser springen), ebenso das entsprechende Substantiv: der Sprung ins Wasser. Anders als bei den Verben geht es bei dieser Art von Valenz nicht um eine satzbildende Potenz, sondern nur um Beziehungen innerhalb einer Wortgruppe oder Phrase (s. Kap. 11). Ein Beispiel für eine Adjektivvalenz ist: zufrieden mit X. In einigen Fällen hat ein abgeleitetes Substantiv oder Adjektiv allerdings zusätzlich oder alternativ eine vom Verb abweichende Art von Ergänzung, wie im Fall von interessieren in (B7):
In den neueren funktionalen Grammatiktheorien werden diese Ideen mit dem Konzept der Satzrolle (Satzgliedrolle) oder auch der „Satzfunktion“ (Hoffmann 2016) weitergeführt. Hoffmann gibt eine Übersicht über die wichtigsten Mitspielerrollen (2016, D6). Tab. 7 zeigt einige davon, die in den nächsten Kapiteln relevant sind:
Tab. 7: Mitspielerrollen an Satzbeispielen (nach Hoffmann 2016)
Gerade Tesnières‘ Begriff der vom Verb her gedachten Szene, heute gern auch als „Szenario“ bezeichnet, wurde später aufgegriffen, um wiederkehrende Konstellationen zu erfassen, die bei der Versprachlichung von Sachverhalten mit Verben entstehen (Hoffmann 2013, S. 309):
„Was grammatisch als Subjekt oder Objekt erscheint, ist in seiner Mitspielerrolle in einer Szene markiert.“
Innerhalb der Generativen Grammatik fand eine Uminterpretation der Valenztheorie statt, die im Ergebnis die oben dargestellten Satzrollen bestätigte. Charles Fillmore entwickelte die Theorie der (semantischen) Tiefenkasus, die teilweise – je nach Einzelsprache – grammatisch in Kasusformen an der Oberfläche ausgeprägt sind.[ 18 ] Jenseits der terminologischen Unterschiede besteht also eine Einigkeit in der Sache.
Das letztlich gültige Kriterium für „notwendige“ Ergänzungen ist die Vollständigkeit der Proposition, des Satzinhalts.[ 19 ] Peter Eisenberg (2013, S. 38 ff.) erklärt das an einem einfachen Satzbeispiel:
Subjekt und Prädikat bilden bereits eine zwar minimale, aber vollständige Proposition oder Aussage, die in sich verständlich ist und grammatischen Anforderungen entspricht. Dazu verhält sich „auf der Startbahn“ als eine zusätzliche Angabe, also als Erweiterung der elementaren Proposition, grammatisch als Adverbial.
Auch in didaktischer Hinsicht ist die Kenntnis von Satzrollen wichtig. Deutschlerner aus dem anglophonen Bereich verstehen den ‚Nutzen‘ von Dativ und Akkusativ im Deutschen dann besser, wenn man ihnen verdeutlicht, dass damit Satzrollen markiert werden. Valenzwörterbücher [ 20 ] helfen dabei, sich die Bedeutungen und satzbildenden Potenzen von Verben klar zu machen. Sie geben Gebrauchsbeschreibungen und Gebrauchsmuster an und können daher als Nachschlagewerke für Sprachlerner dienen.
Sprachtypologisch ist Deutsch, durch eine weitgehende Zweiteiligkeit oder auch Mehrteiligkeit des Prädikats gekennzeichnet. Harald Weinrich hat deshalb Deutsch eine „Klammersprache“ genannt:
„In der deutschen Sprache beruht die Textualität eines Textes weitgehend auf Klammerbildungen im Text. Die deutsche Sprache kann in diesem Sinn eine Klammersprache genannt werden. Eine TEXTKLAMMER besteht zwischen einem klammeröffnenden und einem klammerschließenden Element, zwischen denen maximal so viele andere Sprachzeichen Platz finden können, wie das Kontextgedächtnis jeweils speichern kann. Eine Klammer ist also eine Gedächtniseinheit.“ [ 21 ]
Der häufigste Typ von Verbalklammer, die Lexikalklammer, entsteht durch die „trennbaren Verben“ wie aufstehen und durch lexikalisch verfestigte Gefüge wie Angst haben oder bekannt sein. Die „Textgrammatik“ behandelt sie als klammerfähige Verbindung von einem Vorverb und einem Nachverb. Vorverb ist grundsätzlich das finite Verb. Nachverb kann eine infinite Verbform oder ein anderes Element sein, z. B. eine Verbpartikel wie auf (s. Tab. 8). Es ergibt sich ein ganzes Spektrum von zweiteiligen Verben, von lexikalisch begründeten Vorverb-Nachverb-Kombinationen:
Tab. 8: Typen von Lexikalklammern nach Weinrich (1993, S. 43)

Auch prädikative Adjektive und Nomen sind in dieser Terminologie „Nachverben“, und Nomen-Verb-Gefüge wie stelle zur Verfügung werden als lexikalische Verbalklammern behandelt. Grammatikalklammern werden von allen Verben gebildet, etwa Perfektformen und Modalverb-Prädikate (B9b):
a) Ihr Blick war in die Ferne gerichtet.
b) Alle Patienten mussten über zwei Stunden warten.
Die Rede von trennbaren Verben geht von der Infinitivform aus, in der Verb und Verbpartikel zu einer Form zusammengefasst sind (die anderen „Nachverben“ werden orthographisch anders behandelt). Diese orthographische Norm hat das Bewusstsein erzeugt, dass es sich um ein Verb handelt, das manchmal zerlegt wird. Weinrich hält dagegen, es sei sinnvoller, für die lexikalische Grundform Zweiteiligkeit anzusetzen – besonders für den Fremdsprachenunterricht. Als Vokabeln zu lernen wären dann Formen wie: kommt vor oder: komme vor.
Besonders relevant ist die Kenntnis der Präsensformen bei den Verben, deren Infinitiv zwei nicht bzw. nur an der Betonung unterscheidbare Varianten aufweist. Am Beispiel des Verbs überziehen lässt sich das gut zeigen. Im einen Fall ist über (unbetontes) Präfix, z. B. in der Wendung, dass jemand die Zeit überzieht; im anderen Fall ist die Verbpartikel betont und wird im Präsens abgespalten, z. B. in dem Satz: Er zieht sich den Mantel über.
Die Klammerbildung führt dazu, dass jeweils ein oder mehrere Satzglieder von Vorverb und Nachverb bzw. von linker und rechter Satzklammer eingerahmt werden. So kommt das Mittelfeld des Satzes zustande und damit auch eine feste räumliche (topologische) Grundstruktur. Konsequenterweise nimmt man noch zwei weitere Felder für den Aussagesatz an: Links vom finiten Verb befindet sich das Vorfeld, und rechts vom Mittelfeld liegt das – allerdings optionale – Nachfeld. Das Konzept der Satzklammer und der entsprechenden Felder entstand bereits in den fünfziger Jahren des 20. Jh. und ist inzwischen in verbesserter Form in den meisten Grammatiken enthalten, mit terminologischen Differenzen. Meist ist so wie in der Duden-Grammatik von „linker/rechter Satzklammer“ die Rede.[ 22 ]
Im Deutschen kann man sagen: Den Hans habe ich schon lange nicht gesehen. Im Englischen ist das so nicht möglich. Bei direkter Übersetzung würde der Satz ungrammatisch bzw. missverständlich. Obgleich also die Feldstruktur festgelegt ist, haben die Sprecher Freiheiten in der Verteilung der Satzglieder.
Eine zentrale Einsicht für die Satzstruktur im Deutschen ist, dass das Vorfeld nur von einem Satzglied besetzt sein kann. Einleitende Konjunktionen wie und, oder, denn etc. werden nicht als Satzglieder gezählt, sondern sind Verbindungselemente außerhalb des Satzes, vor dem Vorfeld, manchmal auch als „Vorvorfeld“ bezeichnet (Tab. 9).
Das Mittelfeld ist im Unterschied zum Vorfeld ausbaufähig. Es kann allerdings aus Rücksichtnahme auf den Hörer nicht beliebig viele Satzglieder enthalten, da dessen mentale Aufnahmefähigkeit begrenzt ist.
Das Nachfeld spielt zum einen mündlich oft eine Rolle, um einen Nachtrag zu machen, etwas vorher Vergessenes anzuhängen. Allgemein, schriftlich und mündlich, dient es dazu, umfangreiche Satzglieder, vor allem Nebensätze, auszuklammern. Das erleichtert die mentale Verarbeitung durch den Hörer/Leser. Tab. 9 übernimmt anstelle von Weinrichs Termini „Vorverb/Nachverb“ die Terminologie von Hoffmann (2016).
Tab. 9: Die Besetzung der Satzfelder
An der Frage der Vorfeldbesetzung entscheidet sich (unter anderem), ob eine Äußerung als Aussage oder Frage zu verstehen ist. Zumindest die Entscheidungsfrage („Ja/nein-Frage“) setzt das finite Verb an den Anfang und kann deshalb als Verberstsatz bezeichnet werden:
Was genau im Vorfeld steht und wie das Mittelfeld aufgebaut ist, entscheiden die Sprecher nach zwei Gesichtspunkten:
So wie in (B10) ist es sehr häufig das Subjekt, das die Vorfeldstelle einnimmt. Die darauf bezogene Aussage steht im Mittelfeld. Das ist ein Standardfall.[ 24 ] Der andere, ebenso häufige Fall ist der, dass ein Adverbial wie dabei in Tab. 9 im Vorfeld steht. Falls eine besondere Gewichtung auf das Subjekt fällt, wird es gern in eine Position im hinteren Mittelfeld verschoben. Das Vorfeld eignet sich eher für die Anknüpfung an den Vortext, wie Fandrych (2003) zeigt. In vielen Fällen wird ein Textthema dadurch im Bewusstsein des Hörers verankert, dass es zunächst eingeführt und dann rethematisiert wird.[ 25 ] Beispiel (B11a) zeigt, dass dies auch in älteren Texten der Märchenliteratur vorkommt, während (b) der modernen Umgangssprache entspricht:
(a) Es war einmal ein Mann. Der verstand allerlei Künste; er diente im Krieg …
(b) Die Maria, die seh ich jeden Tag dreimal, …
Von daher ist ein anderer wichtiger und häufiger Fall abzuleiten, bei dem das Subjekt rhematisch ist, also eine neue Information enthält und durch eine markierte Position im Mittelfeld hervorgehoben werden soll. Die deutsche Sprache hat dafür eine typische Satzkonstruktion mit Es-Subjekt und ins Mittelfeld verschobenem inhaltlichem oder eigentlichem Subjekt (B11a, B12a).[ 26 ] Sehr ähnlich ist die Konstruktion häufig bei Nebensätzen im Nachfeld (B12b):
Im ersten Beispiel kann das Subjekt großes Misstrauen ins Mittelfeld verschoben werden, weil es im Vorfeld einen „Stellvertreter“ ohne eigenen Inhalt hat, nämlich es. Dieser Ausdruck ist grundsätzlich thematisch und ist syntaktisch gesehen eine Konstituente, die einen Bezug zu einer anderen herstellt. In (B12b) ist das der warum-Nebensatz, der das Subjekt des Gesamtsatzes darstellt. Wegen seiner Länge und Relevanz steht ein solcher Nebensatz eher nicht im Vorfeld. Auch hier ist das Bezugselement es als vorausorientierende Anapher im Vorfeld nützlich.[ 27 ] Formal betrachtet, enthalten diese Sätze zwei Subjektausdrücke, der Hörer nimmt jedoch nur das inhaltliche Subjekt wahr.
[ 1 ]Anders als in der Generativen Grammatik soll hier von Satzkonstituenten nur im analytischen Sinn gesprochen werden, nicht im Sinne von Erzeugungsregeln.
[ 2 ]Der Begriff „Regularität“ ist in theoretischem Zusammenhang besser geeignet als der Regelbegriff, der in didaktischen Zusammenhängen Handlungsanweisungen für Sprachlerner meint.
[ 3 ]Unter Syntax der Junktion versteht diese Grammatik alles, was mit dem Gebrauch von Präpositionen, Konjunktionen und Relativpronomina zusammenhängt.
[ 4 ]Brinkmann (1972, S. 56). Man kann hier auch von einer geistigen Einheit sprechen. Die Ausgangsbedeutung von Satz ist eigentlich: das Gesetzte.
[ 5 ]John Ries hat (1931) alle „Definitionen“ des Satzes gesammelt, die er finden konnte – es waren schon damals 141. Das Definieren scheint also bei solchen Begriffen nicht sinnvoll zu sein.
[ 6 ]Engel (32004, S. 180).
[ 7 ]Bayer (1999, S. 89). Die GdS, die Grammatik des „Instituts für deutsche Sprache, übernimmt die Bezeichnung „Argument“ für grammatische Merkmale, nämlich für nominale Satzglieder unter dem Gesichtspunkt ihrer semantischen Rolle (2007, S. 729).
[ 8 ]Carnap, Rudolf (31973) Einführung in die symbolische Logik. Wien, New York: Springer.
[ 9 ]H. Paul (1954, S. 3).
[ 10 ]Brinkmann (1972, S. 458).
[ 11 ]„Kopf“ ist der in der GdS gewählte Terminus.
[ 12 ]Vgl. dazu Duden-Grammatik (2016, S. 129 ff.).
[ 13 ]Für eine Befassung mit der Syntax einer bestimmten Sprache muss man ihre „Satzbaupläne“ (z. B. Duden-Grammatik), „Satzmodelle“ (Brinkmann 1971) oder „Satzmuster“ (Pörings / Schmitz 2003) studieren (vgl. Kap. 11).
[ 14 ]Kern (1883, S. 5).
[ 15 ]Im Unterschied zur Valenztheorie wird mit diesem Begriff das Subjekt nicht als regierter Satzteil betrachtet; es ist dem Prädikat gleichgestellt.
[ 16 ]Die Abkürzungen sind zu lesen: V = Verb mit den Ergänzungen: Nominativergänzung als Subjekt, Akkusativergänzung
[ 17 ]Vgl. dazu den in Hoffmann (2010) abgedruckten Textausschnitt aus „Grundzüge der strukturalen Syntax“ von 1959.
[ 18 ]Die deutsche Fassung ist nachzulesen bei Charles Fillmore (1972) Plädoyer für Kasus. In: Abraham, Werner (Hg.) Kasustheorie. Frankfurt a.M., S. 1–118.
[ 19 ]Vgl. dazu GdS, Kap. E.2.2., S. 1028 ff.
[ 20 ]Zum Beispiel Schumacher (1986), Schumacher / Kubczak et al. (2004).
[ 21 ]Weinrich (1993, S. 23).
[ 22 ]Vgl. die graphische Darstellung dort (2016, S. 871).
[ 23 ]Vgl. dazu das Kapitel „Funktionale Satzperspektive“ in der Duden-Grammatik (2016).
[ 24 ]Zu Wortstellungsregularitäten vgl. Rehbein (1992).
[ 25 ]Beispiel (11a) aus einem Märchen, vgl. Hoffmann (2016, S. 467).
[ 26 ]„Die Füllung des Vorfelds durch einen Platzhalter ermöglicht es somit, die Satzglieder nach ihrem Informationsstatus anzuordnen.“ (Pittner / Berman 2015, S. 130).
[ 27 ]In solchen Fällen ist es nicht ganz korrekt, von Anaphern zu reden, da das Präfix ana- ‚zurück‘ bedeutet. Daher hat man ergänzend den Begriff Katapher eingeführt (kata- vor, nach vorn).